Vorgehensweise eines Inkassounternehmens
Die Vorgehensweise eines Inkassounternehmens verfolgt eine allgemeine Zielsetzung: Eintreiben des Geldes ohne gerichtliche Schritte, da diese teuer und langwierig sind.
- Abstimmung mit der Buchhaltungsorganisation des Kunden
- wie ist die Debitorenbuchhaltung organisiert?
- welche Zahlungsziele werden eingeräumt?
- wie werden Zahlungsziele überwacht?
- genaues "Aufspüren" der Schuldner
- gegen wen richtet sich eine Forderung?
- gegen eine Privatperson oder gegen eine Firma?
- wer genau ist der Kunde? (Bsp.: wer ist der Gewerbeinhaber, der die Ware bestellt hat)
- welche Informationen liegen dem Inkassounternehmen vor?
Anhand dieser Informationen wird die Bonität des Schuldners überprüft.
- Einleitung des Mahnverfahrens
- einer erste schriftliche Mahnung wird an den Schuldner verschickt, um dem Schuldner Gelegenheit zur Reaktion zu geben
- erfolgt keine Zahlung, erhält der Schuldner nach 10 Tagen einen Anruf des Inkassounternehmens
Trotzdem kann der Fall eintreten, dass Sie die aktuelle Adresse eines säumigen Zahlers nicht kennen. Bei den Millionen von Umzügen, die Jahr für Jahr in Deutschland stattfinden, muss das nicht in unbedingt auf betrügerische Absicht zurückzuführen sein. Bevor Sie die Flinte ins Korn werfen und Ihre Außenstände komplett ausbuchen, sollten Sie überprüfen, ob Ihnen nicht zumindest die einfachsten und kostengünstigsten "Fahndungsmethoden" doch noch zu Ihrem Recht verhelfen.
- In manchen Fällen hilft bereits "Hinterhergoogeln", sprich eine eigene Online-Recherche. Menschen hinterlassen im Internet mehr Spuren, als sie vermuten.
- Für wenig Geld können Sie bundesweite Namens- und Adressrecherchen mit Hilfe aktueller Telefon-CDs durchführen.
- Standardisierte Personen-Ermittlungen (zum Beispiel über Einwohnermeldeämter oder Handelsregister) lassen sich bereits für unter 10 EUR in Auftrag geben.
- Dafür nutzen Inkassounternehmen die Informationen von Wirtschaftsauskunfteien und die daran angeschlossenen Umzugsdatenbanken. Hat der Schuldner einen festen Wohnsitz in Deutschland und ist er ordnungsgemäß angemeldet, dann wird er gefunden. Leider gibt es auch Schuldner, die "untertauchen" und sich zunächst nicht anmelden. Hier ist Geduld gefragt, bis der Schuldner über das Einwohnermeldeamt wieder an einer Adresse gemeldet ist.
Anschließend prüfen Inkasso-Spezialisten, ob der Betreffende liquide ist, und treten mit ihm schriftlich oder mündlich in Verbindung. Ist der Schuldner arbeitslos oder liegen mehrere Negativmerkmale vor, lohnt sich eine Kontaktaufnahme (noch) nicht. Schwierig kann es auch werden, wenn ein Titel auf eine Firma geschrieben ist, dieses Unternehmen später aber gar nicht mehr existiert. Deshalb sollten Forderungen möglichst an einer Privatperson festgemacht werden.
Sofern drohende Zahlungsausfälle gravierend sind oder gar häufiger vorkommen, helfen Detekteien, Wirtschaftsauskunfteien oder Inkasso-Unternehmen.